Ein TYPO3 Upgrade auf eine neue LTS-Version ist selten in wenigen Klicks erledigt. Extensions, TypoScript und Custom Code machen jedes Projekt einzigartig. Ich arbeite deshalb mit einem festen Upgrade-Ablauf und KI-gestützter Analyse.

Das Upgrade von TYPO3 11 auf TYPO3 12 ist auf einer eigenen Seite im Detail beschrieben. Die folgenden Schritte gelten für TYPO3 Upgrades zwischen LTS-Versionen allgemein.

Warum regelmäßige TYPO3 Upgrades sinnvoll sind

Eine veraltete TYPO3-Version wirkt zunächst stabil. Mit der Zeit wächst aber das Risiko – und der Aufwand für den nächsten Sprung.

  • Neue LTS-Versionen beschleunigen Backend und Frontend spürbar.
  • Sicherheitslücken werden nur in unterstützten Versionen geschlossen.
  • Aktuelle PHP- und Server-Standards bleiben nutzbar.
  • Je länger gewartet wird, desto größer werden Extension- und Code-Anpassungen.

Wann das TYPO3-LTS-Upgrade ansteht

Jede LTS-Version bringt drei Jahre Sicherheitsupdates. Anschließend kann ELTS den Support verlängern. Die Termine stehen in der TYPO3-Roadmap fest.

Planen Sie das TYPO3 Upgrade, bevor der reguläre Support ausläuft. So bleibt genug Zeit für Tests und Extension-Anpassungen.

Direkt nach Release einer neuen LTS warte ich sechs Monate. Core und Extensions stabilisieren sich in dieser Phase meist erst.

Überspringen Sie keine Major-Version. Mehrere LTS-Versionen dazwischen bedeuten: Schritt für Schritt upgraden – immer von LTS zu LTS.

Support-Zeiträume ausgewählter TYPO3-LTS-Versionen (Stand 2026)
TYPO3-Version LTS bis ELTS bis
11 LTS Abgelaufen (Okt. 2024) Okt. 2027
12 LTS Okt. 2026 Okt. 2029
13 LTS Okt. 2027 Okt. 2030
14 LTS Jun. 2029 –

Vorgehen beim TYPO3 LTS-Upgrade

Ein TYPO3 Upgrade auf die nächste LTS folgt immer derselben Logik. Erst die Basis sichern. Dann Extensions und PHP vorbereiten. Danach den Core heben, prüfen und ausrollen.

Staging anlegen und Backups erstellen

Auf Live gehört kein Major-Upgrade.

  • Staging oder lokale Instanz mit gleicher Datenbank und gleichen Dateien aufsetzen.
  • Backup von Datenbank und Dateisystem vor jedem Schritt ziehen.
  • Redaktionelle Änderungen während des Upgrades pausieren – oder später nachziehen.
  • Rollback-Plan festhalten, bevor der Core-Sprung beginnt.

Die PHP-Version vor dem Core-Sprung anpassen

Die Ziel-TYPO3-Version braucht eine passende PHP-Version. Sinnvoll ist: zuerst PHP auf den höchsten Stand bringen, den die aktuelle TYPO3-Version noch erlaubt. Erst dann den Core aktualisieren.

PHP-Kompatibilität ausgewählter TYPO3-Versionen
TYPO3-Version PHP (Minimum – empfohlen)
11 LTS 7.4 – 8.2
12 LTS 8.1 – 8.3
13 LTS 8.2 – 8.4
14 LTS 8.2 – 8.4

Server und Datenbank gehören zur Prüfung dazu. Für aktuelle LTS-Versionen sind MySQL 8.0+ oder MariaDB 10.5+ üblich.

Extensions vor und nach dem Core-Sprung klären

In den meisten Projekten kostet die Extension-Landschaft mehr Zeit als das TYPO3 Core-Upgrade selbst.

Prüfen, welche Extensions wirklich genutzt werden

Installierte Extensions sind nicht automatisch aktiv im Einsatz. Ich prüfe Plugins, Content-Elemente und Backend-Module im Seitenbaum. Der Extension Scanner markiert veraltete API-Aufrufe. Bei Custom Code unterstützt KI-gestützte Analyse zusätzlich.

Kompatible Extensions vor dem Core-Sprung aktualisieren

Gibt es eine Version für die Ziel-TYPO3-Version, spiele ich sie vor dem Sprung ein – wenn die Quellversion das erlaubt. Release Notes sind Pflicht. Breaking Changes betreffen oft TypoScript, Fluid oder TCA.

Inkompatible Extensions deaktivieren und später nachziehen

Manche Extensions lassen sich erst in der Zielversion aktualisieren. Diese deaktiviere ich vor dem Sprung. Nach dem Core-Upgrade folgen Upgrade und Reaktivierung.

Nicht gepflegte Extensions durch Alternativen ersetzen

Wird eine Extension nicht mehr weiterentwickelt, suche ich eine passende Alternative. Einfache Funktionen lassen sich oft auch ohne Extension abbilden.

Eigene Extensions an die Zielversion anpassen

Custom Extensions passe ich an oder ersetze sie durch gepflegte Community-Lösungen. Das spart bei künftigen Upgrades oft deutlich Zeit.

Ungenutzte Extensions entfernen

Jedes LTS-Upgrade ist ein guter Moment für Aufräumen. Weniger Extensions bedeuten weniger Risiko beim nächsten Sprung.

Changelog und Deprecations vor dem Upgrade prüfen

Vor jedem Major-Sprung: Changelog der Zielversion lesen. Besonders „Breaking Changes" und „Important". Deprecation-Log aktivieren und Meldungen bereinigen.

Alle Upgrade Wizards der aktuellen TYPO3-Version zuerst durchlaufen. Erst danach auf die nächste LTS wechseln – so empfiehlt es die offizielle TYPO3-Dokumentation.

Den Referenz-Index vor dem Upgrade aktualisieren

Der Referenz-Index verknüpft Inhalte mit Dateien. Vor dem Upgrade prüfen und aktualisieren – per Backend („DB Check") oder CLI:

vendor/bin/typo3 referenceindex:update

Bei großen Sites die CLI-Variante nutzen. Timeouts im Browser vermeiden.

Den TYPO3-Core im Rahmen des Upgrades aktualisieren

Sind Vorbereitung und Extensions abgeschlossen, folgt der Core-Sprung im TYPO3 Upgrade. Heute läuft das über Composer. Legacy-Setups tauschen typo3_src manuell aus.

Das Core-Upgrade über Composer durchführen

Version in der composer.json anheben. Dann:

composer update typo3/cms-* --with-all-dependencies

Der Composer Helper auf get.typo3.org erzeugt den passenden Befehl. Inkompatible Extensions vorher deaktivieren – sonst scheitert das Upgrade.

Das Installtool für Core-Upgrade und Wartung nutzen

Unter /typo3/install.php laufen Core-Upgrade und Wartung. Fehlt die Anmeldung: Datei ENABLE_INSTALL_TOOL anlegen. Sie braucht keinen Inhalt.

Migrationsschritte im Upgrade Wizard ausführen

Im Installtool unter „Upgrade" fehlende Tabellen und Felder anlegen. Veraltete Konfigurationen anpassen. Nicht jeder Schritt muss sofort erledigt werden.

Alternativ per CLI:

vendor/bin/typo3 upgrade:run

Die Datenbankstruktur mit dem Database Analyzer prüfen

Unter „Maintenance" prüft der Database Analyzer die Datenbankstruktur. Fehlende Tabellen nachziehen. Beim Löschen vorsichtig sein.

Tabellen deaktivierter Extensions nicht löschen, wenn sie nach dem Upgrade wieder gebraucht werden. Im Zweifel stehen lassen.

Sprachpakete für Backend und Extensions aktualisieren

Im Installtool unter „Maintenance" → „Manage Language Packs" alle Sprachpakete aktualisieren. Schneller Schritt – aber leicht vergessen.

Alle Caches nach dem Upgrade leeren

Nach dem Core-Upgrade alle Caches leeren – im Installtool oder per CLI:

vendor/bin/typo3 cache:flush

Erst dann zeigt das Backend die korrekte Version. Alle Ansichten werden neu aufgebaut.

Testen, Fehler beheben und deployen

  • Deaktivierte Extensions wieder aktivieren und testen
  • Frontend, Backend, Formulare und Mehrsprachigkeit prüfen
  • TypoScript, Site-Konfiguration und Templates gegenprüfen
  • Deprecation-Logs und Fehlerprotokolle auswerten
  • Live-Modus aktivieren und Test auf Staging
  • Deployment mit Rollback-Option planen

Ich deploye zuerst auf Staging. Nach Freigabe folgt Live – mit erneutem Test unter Produktivbedingungen.

Monitoring einrichten und Backups sicherstellen

Regelmäßige Backups sind Pflicht – nicht nur vor dem Upgrade. Updates für Core und Extensions proaktiv überwachen. Fehler zentral protokollieren. Sicherheitsupdates zeitnah einspielen.

Wer TYPO3 Upgrades zyklisch plant, vermeidet erneut jahrelange Upgrade-Staus. KI-gestützte Analyse macht Deprecations und Extension-Konflikte früh sichtbar.